Historie

120 Jahre Christlicher Verein junger Menschen …

Fragen zum CVJM Gronau? Unser Buch, erschienen als Band 6 der Schriften aus dem Stadtarchiv ist eine pralle Informationsquelle zur lokalen Vereinsgeschichte. Auf 160 Seiten, versehen mit einer Vielzahl von Illustrationen aus der Vereinsgeschichte, versuchen die Autoren das lokale Wirken und bezeichnende Eigenheiten widerzuspiegeln. Das Schwergewicht der Aufsätze liegt dabei aber insbesondere auf den Zeitraum nach dem 2. Weltkrieg. Das Buch ist für 12,50 Euro im Buchhandel oder direkt beim CVJM Gronau erhältlich.

Vom EMJV zum CVJM – Ein Aufsatz zur Vereinsgeschichte

Der CVJM („Christlicher Verein junger Menschen“) ist eine Mitgliederbewegung und als Verein organisiert. Natürlich  wurde  diese  Organisationsform ,,Verein“ nicht aus der Bibel abgeleitet, sondern die Väter der CVJM-Bewegung im 19. Jahrhundert haben sie aus dem Gesellschaftsrecht übernommen. Trotzdem ließen sie sich dabei auch ganz wesentlich von dem biblischen Gedanken des allgemeinen Priestertums der Gläubigen (1. Petrus 2,9) leiten. Mit der Gründung von Jünglings- und Jungmännervereinen wollten sie der Erkenntnis Rechnung tragen, daß jeder Christ – und nicht nur der ordinierte Amtsträger – von Gott begabt und befähigt ist, auf seine Weise zum Bau der Gemeinde Jesu in der Welt beizutragen.
Für Christen bringt daher die Mitgliedschaft im CVJM nicht bloß eine formale Zugehörigkeit zu einer christlichen Organisation zum Ausdruck. Sie ist eben zu aller erst Bekenntnis zu christlicher Gemeinschaft und zum Sendungsauftrag Jesu Christi. Indem die Leitung der vielen Vereine jeweils einem Vorstand übertragen wird, der sich aus bewährten und erfahrenen Laien zusammensetzt, und auch die Jugendarbeit von einer Vielzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter ausgeführt wird, macht der CVJM als überkonfessionelle Laienbewegung ernst mit dem mündigen Christsein.
In Gronau fiel die Gründung des CVJM die Zeit wirtschaftlicher Blüte, denn Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts vollzog sich für Gronau eine rasante industrielle Entwicklung. Bis zur Jahrhundertwende etablierten sich in rascher Folge eine Anzahl schnell aufblühender Textilfirmen, die den Übergang   zur  Baumwollstadt  innerhalb weniger Jahrzehnte bewirkten. Diese zügige Entwicklung wurde noch durch den Bau mehrerer Eisenbahnlinien gefordert, so daß unsere Grenzstadt auch zu einer Drehscheibe des Warenverkehrs erwuchs
In dieser Zeit des Umbruchs, des wirtschaftlichen Wachstums und der stetigen Zunahme der Bevölkerung entstand denn der CVJM auch nicht rein zufällig. Der Chronik nach soll die Wiege des Christlichen Vereins im Hause Bevers an der Wallstraße gestanden haben. Dort hatten sich seit 1876 regelmäßig engagierte Männer aus der evangelischen Kirchengemeinde getroffen, um sich mit religiösen Fragen und sozialen Problemen der damaligen Zeit zu beschäftigen. In diesem – bislang noch privaten Hauskreis – kam aber sicherlich auch schon die Wirkung des Jünglingswesens auf der Grundlage der Missions- und Erweckungsbewegungen des vergangenen Jahrhunderts zum Tragen.
Der damalige Pfarrer in Gronau, Pastor Blase, förderte diese Zusammenkünfte derart, daß sich 1879 der allgemeine Wunsch nach der Gründung eines Evangelischen Männervereins ergab. Entsprechend der damaligen Zeitströmung sollten über den Verein die Mitglieder vor den negativen Einflüssen der Welt geschützt werden, aber gleichzeitig auch Basis für einen definierten Missionsauftrag an diese Welt sein. Über das sich vielerorts ausbreitende Jünglingswesen versprach man sich auch in Gronau Antworten auf die neuen Probleme, die durch die fortschreitende Industrialisierung entstanden
Nach der Ausarbeitung einer Satzung gründete sich schließlich am 18. Januar 1880 der „Evangelische Männer- und Jünglingsverein  Gronau“ (EMJV).  Nach der kirchlichen Abkündigung hatte sich an diesem Sonntagnachmittag zu vier Uhr eine stattliche Zahl junger und interessierter Leute zur ersten öffentlichen Versammlung eingefunden. Nach einer Andacht referierte Pastor Blase über die Ziele des neuen Vereins und stellte die Satzung vor. Spontan entschlossen sich an diesem Tag über 60 Männer, die Statuten anzuerkennen, worauf die Aufnahme mittels Handschlags erfolgte. Erster Präses in Gronau wurde entsprechend der Satzung der Ortspfarrer Pastor Blase.
Der Verein füllte im damaligen Gemeindeleben alsbald eine Lücke, denn er wuchs rasch an Mitgliedern und gewann an Bedeutung. Die anfängliche Aufbruchstimmung spiegelt sich insbesondere in den Bemühungen wieder, ein eigenes Vereinshaus zu erbauen. Mit der tatkräftigen Unterstützung aller Mitglieder, aber sicherlich auch durch die finanzielle Förderung von Gönnern, heute würde man Sponsoren sagen, aus der heimischen Industrie konnte schon im November 1882 die gewünschte Wirkungsstätte und zukünftige Mittelpunkt des Vereinslebens eingeweiht werden. Das Vereinshaus bestand aus einem zweistöckigen Hauptgebäude mit angebautem Saal und war im Bereich der Gemeindearbeit für die damaligen Verhältnisse richtungweisend.
Begünstigt durch diesen neuen Sammlungspunkt  konnte  die  Arbeit  im Männer- und Jünglingsverein nun kontinuierlich ausgebaut werden. 1886 bildete sich der später abgespaltene Posaunenchor, und der heute über 70 Jahre alte Kirchenchor (Kantorei der Stadtkirche) ging ebenfalls aus dem Jünglingsverein hervor. Weitere Bereiche der Vereinsarbeit waren die Turnabteilung; für einige Jahre bestanden auch ein Trommler- und Pfeifenchor sowie eine Streichmusikgruppe. Mit großem Erfolg gab es häufig auch öffentliche Theatervorstellungen einer eigenen  Laienspielschar.
Interessant ist, daß die Jugendabteilung, welche die Jungen von 14 – 17 Jahren umfaßte, erst 1910 gebildet wurde. Doch schon bald zeigte sich, daß für die Jugendarbeit ein echtes Bedürfnis vorlag, denn die Mitgliederzahl dieser Abteilung   übertraf  bald  die Zahl  der Älteren.
Den Ersten Weltkrieg konnte der Jünglings- und Männerverein noch relativ unbeschadet überstehen. In der Vereinsarbeit wurden neue Felder aufgegriffen, alte Bereiche wieder aufgegeben.  Es entwickelte sich zunehmend eine allgemeine Mobilität, unter deren Einfluß jetzt auch größere Fahrten stattfanden. Ferienfreizeiten im Harz, am Rhein und anderen Plätzen Deutschlands gehörten bald zum Angebot. 1930 konnte mit Freude das 50jährige Bestehen unter Anteilnahme der gesamten Kirchengemeinde gefeiert werden – doch bald standen schwere Zeiten bevor.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 änderte sich das Bild der Christlichen Jugendarbeit. Im Februar 1934 griff auf das Vereinsleben die Gleichschaltung  der  Jugendarbeit durch. Damit war es für den Jünglings- und Männerverein verboten, Jugendarbeit für Personen unter 18 Jahren zu leisten. Ein schwacher Bundesverband hatte dieser fatalen Entwicklung nichts entgegengesetzt, so daß von einem ernsten Widerstand nicht gesprochen werden kann. So mußte die Arbeit auf wöchentliche Bibelstunden im Pfarrhaus beschränkt werden, die bis ca. 1940 abgehalten wurden. Auf Grund dieser jetzt innerkirchlichen Arbeit hat es in Gronau anfänglich kaum Übertritte zur HJ gegeben. Dennoch bewirkte das totale Verbot jeglicher sportlicher und politischer Arbeit und die gelenkte staatliche Propaganda ein allmähliches Abwandern einzelner Mitglieder. 1942 bekannten sich noch 44 Männer zum Verein, von denen 22 zur Wehrmacht eingezogen waren. Schriftverkehr und auch Erlebnisberichte aus der damaligen Zeit zeugen jedoch davon, daß die Arbeit und das Wirken bis zum Kriegsende 1945 nie ganz erlahmt war. Über das Vereinshaus ist bekannt, daß es 1934 der evgl. Kirchengemeinde überschrieben wurde. Hierdurch sollte einem Zugriff des NS-Staates vorgebeugt werden und eine spätere Rückgabe offen bleiben.
Nach dem Krieg fanden sich bald wieder interessierte Leute zusammen und erweckten den Verein zu neuem Leben. Gegen den Widerstand der älteren Generationen wurde auch ein neuer Name gewählt: ,,CVJM“. Damit vollzog sich gleichzeitig ein Wechsel zu einem modernen Jugendverband, und auch die Mädchenarbeit wurde in die Ziele des Vereins einbezogen. Als Ersatz für das alte Vereinshaus konnte in der Bardel ein kleines Freizeitheim errichtet werden. Mit attraktiven Ferienfreizeiten, die jetzt auch ins europäische Ausland führten, setzte der CVJM neue Akzente in der Jugendarbeit. Immer wieder wuchsen neue Mitglieder heran, die mit ihrer Arbeit für Leben, aber manchmal auch gesunde Unruhe sorgten. 1980 konnte schließlich im Rahmen einer großen Festwoche das hundertjährige, im Januar 2000 das hundertzwanzigjährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Viele Mitglieder des CVJM, aber auch aus der Gemeinde, werden sich sicherlich noch an die interessanten, gleichzeitig auch selbstkritischen  Veranstaltungen  im Evgl. Gemeindezentrum Mitte erinnern.
Soweit zur Geschichte von gestern. Heute versteht sich der CVJM in Gronau als eine Bewegung, die nicht auf ihren vier Buchstaben sitzen bleiben will und sich auch in einer sekularisierten Welt den Fragen und Problemen der Zeit stellt. Bewegung bedeutet also Aktivitäten, und die finden in einer Vielzahl von Gruppen und Kreisen statt. Auch hier steht der Verein unter dem besonderen Wort der ,,Pariser Basis“, die in ihrer erweiterten Form ,,… die weltweite CVJM Gemeinschaft von Männer und Frauen, Jungen und Mädchen aus allen Völkern und Rassen, Konfessionen und sozialen Schichten offen hält“. Schwerpunktmäßig wird die Vereinsarbeit derzeit im Jugendtreff am Paul-Gerhardt-Heim geleistet. Aber auch an der Erlöserkirche, dem Johannes-Calvin-Haus und im evgl. Gemeindehaus in Epe wird, da dort Räume der Kirchengemeinde dankenswerter Weise mitgenutzt werden dürfen, Kinder- und Jugendarbeit angeboten. Konkret wird die Arbeit derzeit an mehreren gemischten Jungschargruppen, einem Mitarbeiterkreis für heranwachsende Leiter, einem Helferkreis, dem offenen Männertreff, in der TEN SING Arbeit, der Gitarrengruppe ,,Wegweiser“, einem Bastelkreis  für  Erwachsene  sowie  der Freundes- und Förderkreis des Vereins verwirklicht. Zusätzlich bildet ein elfköpfiger Vorstand mit seiner begleitenden und planenden Tätigkeit praktisch das Dach des CVJM. Als offenes Angebot besteht im Jugendtreff am Paul-Gerhardt-Heim die Einrichtung eines Jugend- und Internetcafes.
Neben den geschlossenen Veranstaltungen in den einzelnen Gruppen zeigt sich der CVJM aber auch in anderen Bereichen aktiv. Genannt seien stellvertretend die Kleider- und Adventsbasare, die Altstoffsammlungen, aber auch die aktive Mithilfe bei (Bezirks-) Veranstaltungen der ev. Kirchengemeinde. Grenzen sind dem Verein nur dort gesetzt, wo das persönliche Engagement des Einzelnen aufhört.  Der CVJM lädt daher alle interessierten Leser zur Mitarbeit in einer christlichen Gemeinschaft ein, der sich heute über 260.000 Mitglieder allein in Deutschland angeschlossen haben.

Ehrenämter im Verein

Bereits zu Zeiten des Evangelischen Männer- und Jünglingsvereins (EMJV) hatten sich die damaligen Verantwortlichen entschlossen, das Engagement verdienter Mitglieder anzuerkennen. Aber auch den stillen Gönnern, heute würde man Sponsoren sagen, wollte man als Zeichen des Dankes für das Vereinswohl eine Auszeichnung verleihen. Dieses geschah durch die Ernennung zum Ehrenmitglied bzw. die Überreichung von Ehrendiplomen für treue Dienste und Tätigkeiten im, um und für den Verein. Der Statistikbogen vom März 1892 weist bereits vier Ehrenmitglieder aus. Viele verdienstvolle Namen aus damaliger Zeit sind in der Festschrift zum 50jährigen Bestehen des EMJV nachzulesen. Nachzutragen bleibt der des ehemaligen Vereinsvorsitzenden Heinrich Michalsky.

Ehrenmitglieder in chronologischer Reihenfolge

Heinrich Michalsky

Herr Michalsky leitete als aufrechter Christ während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 die Geschicke des Vereins. Für diese aufopferungsvolle Arbeit und geradlinige Haltung in schwerer Zeit wurde er 1962, damals schon 83 Jahre alt, zum Ehrenmitglied des CVJM ernannt.
Heinrich Michalsky trat 1925, bereits im gestandenen Mannesalter von 45 Jahren, dem damaligen Männer- und Jünglingsverein bei. 1929 wurde er in den Vorstand gewählt und von nun an intensiv in die Vereinsarbeit eingebunden.
Auch in der nationalsozialistischen Zeit blieb er ein verlässlicher Pol, der nach Ausbruch des Krieges ab Herbst 1939 auch den Vereinsvorsitz übernahm. Da er auf Grund seines Alters nicht zur Wehrmacht einberufen wurde, behielt er dieses Amt bis 1945 inne. Aber auch in den ersten Aufbaujahren nach dem Krieg blieb Herr Michalsky dem Verein weiterhin treu verbunden. Neben der Vorstandsarbeit leitet er noch bis 1952 den Bibelkreis.
In der Laudatio zum Ehrenmutglied können wir nachlesen: Bei der Rückschau auf die Arbeit, die Herr Michalsky in unserem Verein getan hat, sehen wir wie schwierig und mühsam sie war. Bei dieser Arbeit nicht zu verzagen, sondern immer fröhlich zu sein, das ist und war das Ziel unseres Ehrenmitgliedes. In den folgenden Jahrzehriten war die Ernennung von Ehrenmitgliedern vorerst kein Thema mehr im örtlichen CVJM. Erst Ende der 90er Jahre besann man sich wieder mehr der aktiven Verdienste von Vereinsmitgliedern und brachte das Thema ,,Ehrung“ wieder in die Diskussion. So wurden 1992 und 1994 auf Grund einstimmiger Vorstandsbeschlüsse August Reus und Pieter Kiffen wegen ihrer Verdienste zu Ehrenmitgliedern des CVJM Gronau ernannt.

August Reus

August Reus, Jahrgang 1925, stammt gebürtig aus Dujsburg-Neudorf. Nach dem Schulbesuch absolvierte er eine Elektrikerlehre. Während des Krieges erfolgte 1943 die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst (RAD), danach wurde er noch Soldat.
Nach Kriegsende, seine Eltern waren inzwischen als Ausgebombte nach Gronau verzogen, fand August Reus in unserer Dinkelstadt seine zweite Heimat. Über Arnold Kösters gelangte er 1946 zum Gronauer CVJM, an dessen (Wieder-) Aufbau er sich an der Seite von Pastor Kochs maßgeblich beteiligte.
Nach der Heirat folgte eine Phase relativer Ruhe, jedoch kein Stillstand. Über seine Kinder verdichtete sich der Kontakt zum CVJM jedoch wieder. Die beiden jüngeren Sprösse, Udo und Emmo, nahmen alsbald Gruppenleiterfunktionen wahr und arbeiteten über viele Jahre im Mitarbeiterkreis. Auch seine mittlerweile verstorbene Frau Gisela, früher in der Mädchenarbeit aktiv, beteiligte sich später rege im Bastel- und Basarkreis.
Am Auf- und Ausbau unseres Freizeitheimes in der Bardel hat sich August Reus maßgeblich beteiligt. Bei den vielfältigen Arbeiten kamen seine technische Ausbildung und das vorhandene handwerkliche Geschick häufig zum Tragen. Kaum einem Vereinsmitglied ist das Gebäude deshalb so vertraut wie ihm; man kann quasi von einem intimen Kenner der technischen Gebäudeausrüstung sprechen. Aufgrund dieser besonderen Kenntnisse übernahm Herr Reus schließlich für viele Jahre im Vorstand die arbeitsintensive Funktion des „Hüttenwartes“.
Zusammenfassend kann gesagt werden, daß August Reus immer zur Stelle war, wenn er gebraucht wurde und damit eine verläßliche Kraft für den Verein darstellt. Hier seien stellvertretend die Mithilfe bei unzähligen Altpapiersammlungen oder der Auf- und Abbau der Altkleiderbasare genannt. Aufgrund seines Engagements, insbesondere für das Freizeitheim in der Bardel, ernannte der CVJM Gronau August Reus 1992 zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit.

Pieter Kiffen

Herr Kiffen ist ein Stück Geschichte des CVJM Gronau – anders gesagt einer der wenigen, der noch im Evangelischen Männer- und Jünglingsverein aktiv war und aus dieser ,,alten Zeit“ erzählen kann. 1928 trat er dem EMJV bei, zuerst in der Jugendabteilung, ab 1933 dann im Posaunenchor.
Er erlebte damals in den schweren Zeiten des Nationalsozialismus persönlich die Repressalien des damaligen Regimes gegen die christliche Jugendarbeit. Einige Erinnerungen hierzu hat er niedergeschrieben. Sie sind in im Buch zum 120-jährigen Vereinsjubiläum des CVJM Gronau abgedruckt.
Pieter Kiffen, am 20. Januar 1914 in Gronau geboren, besitzt die niederländische Staatsangehörigkeit. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er nach Enschede/NL an die dortige Textilfachschule. Danach startete er seine berufliche Laufbahn bei M. van Delden, wo er bis zur Rente blieb. Da Herr Kiffen einen holländischen Paß besaß, brauchte er nicht zum Militär. So konnte er als Trompeter den Posaunenchor, der gegen Kriegsende bis auf fünf aktive Bläser geschrumpft war, unterstützen. Nach dem Krieg ,,pausierte“ Pieter Kiffen für einige Zeit beim CVJM.
Mit der Gründung des Freundes- und Förderkreise fand er jedoch ab 1978, sozusagen als ,,Spätheimkehrer“, wieder Zugang zum Verein. Obwohl er damals schon im Rentenalter war, brachte er sich wieder aktiv in den CVJM ein. Wohl in Erinnerung an das ehemalige Vereinshaus wirkte Herr Kiffen am Ausbau des Freizeitheimes mit. Später übernahm er viele Reparaturen und beteiligte sich an den Erhaltungsarbeiten. Aber auch beim Hüttendienst war er stets ein verläßlicher Partner für den Verein. Vielen Jugendgruppen ist sicherlich noch sein unbestechliches Auge bei den Abnahmekontrollen in Erinnerung.
Darüber hinaus war Herr Kiffen in vielen Jahren bei Weihnachtsbaum-, Altpapier- und Kleidersammlungen dabei. Aber auch beim Auf- und Abbau der Altkleiderbasare oder anderen Vereinsaktivitäten unterstützte er den Verein nach Kräften. Schließlich war er über mehrere Jahre als Kassenwart im Vorstand des Freundes- und Förderkreises aktiv. Seine verstorbene Frau Elise beteiligte sich übrigens über lange Zeit beim Bastel- und Basarkreis. Auf Grund seiner vielfältigen Verdienste um den Verein verlieh der CVJM Gronau Pieter Kiffen anläßlich seines 80. Geburtstages am 20. Januar 1994 die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit.
Herr Kiffen ist leider im Alter von 87 Jahren verstorben.

Hans Verwold

Hans Verwold, geb. am 22.08.1927, wurde in den siebziger Jahren von uns mit der Frage konfrontiert, ob er nicht eine Sommerfreizeit mit Jugendlichen für den CVJM leiten wolle. Als Frühpensionär der Deutschen Bundesbahn und trotz seiner Tätigkeit als Küster im Johannes-Calvin-Haus und anderer ehrenamtlicher Tätigkeiten war er nicht abgeneigt und leitete eine Freizeit in Dassel. In den Jahren darauf war St. Ulrich in Italien das Ziel.
Hans Verwold hatte dem Gronauer CVJM zwar bisher nicht fern gestanden, wurde aber erst durch seine Freizeitleitertätigkeit auch Vereinsmitglied.
Ende 1977 wurde der Freundes- und Förderkreis des CVJM gegründet. Durch regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltung wuchsen Kontakte und Verbindungen zum CVJM. Eine seiner ersten Aufgaben war für die Bereitstellung von Fahrzeugen für Weihnachtsbaum-, Container-, Straßen- und Abgabesammlungen zu sorgen. Dieser Dienst wurde über 20 Jahre vorbildlich und verlässlich von Hans Verwold ausgeübt. Von 1984 bis 1988 übernahm Hans Verwold das Amt des Schriftführers im CVJM. Ab 1992 war er dann Schriftführer im Freundes- und Förderkreis, 1994 dessen 2. Vorsitzender, von 1995 bis 1997 der 1. Vorsitzende und 1998 noch einmal 2. Vorsitzender. Hans Verwold verstarb nach schwerer Krankheit im Jahre 2001.
Der 1. Vorsitzende G. Stenvers sagte in seiner Laudatio: „Lieber Hans, Du bist ein prägnantes Beispiel dafür, daß man auch als Älterer noch lange einen Dienst im Christlichen Verein Junger Menschen ausüben kann, das Alter kein Grund ist, sich nicht für die Jugend- und Erwachsenenarbeit des CVJM zu engagieren. Es würde mich freuen, wenn Dein Beispiel Schule machen könnte und sich nicht nur die Älteren, die hier heute Abend versammelt sind, für ein bißchen mehr Engagement im CVJM entscheiden könnten. Für alles genannte und nicht genannte, für die ungezählten Opfer an Zeit und Geld, für Deinen vorbildlichen und stets zuverlässigen Einsatz, danken wir Dir und ernennen Dich hiermit zum Ehrenmitglied des CVJM Gronau.“

Eugen Paping

Eugen Paping, geb. am 2.12.1924, kam in den 50er Jahren als Lehrer für Deutsch, Religion, etc., an die Städtische Realschule. Alle Einzelheiten im „CVJM-Leben“ von Eugen Paping konnten auch in einem persönlichen Gespräch nicht aufgefrischt werden.
Nach Stöbern in den „CVJM-Briefen“ der 60er Jahre wurden jedoch noch einiges an „persönlichen CVJM-Daten“ gefunden. Eugen Paping muss inzwischen über 40 Jahre Mitglied im CVJM sein. Spätestens von 1962 bis 1965 leitete er den Jungmännerkreis (Teilnehmer ab 18 Jahren).
Ab 1962 Beisitzer im Vorstand, wurde er 1963 bereits 2. Vorsitzender und von 1964 bis 1966 erster Vorsitzender. In dieser Funktion oblag ihm, zeitweise im Team mit Pastor Ernst Altevogt, auch die Leitung des Mitarbeiterkreis. 1966 und 1967 folgten noch einmal zwei Jahre Vorstandsarbeit als Beisitzer. Diese „aktiven Jahre“ waren historisch gesehen typische Jahre des CVJM Gronau. Immer ein auf und ab, aber erfolgreiche Jahre in der Jugendarbeit. Diese Zeit begründete auch die Aufnahme der Mädchenarbeit in den CVJM und die Glanzjahre der Laienspielschar. Männerarbeit stand auch damals schon im Programm. Wichtig war die Darstellung der Bedeutung der CVJM-Arbeit in Öffentlichkeit und Kirche gegenüber der aufkommenden „freien evangelischen Jugendarbeit“.
Mit der Berufung zum Kirchmeister des Presbyteriums mußte Eugen Paping sein Engagement für den CVJM zwar reduzieren, war aber immer noch unser Interessenvertreter. Bemerkbar machte sich das im Besonderen dadurch, daß die Kirchengemeinde zur Erhaltung unseres Freizeitheim in der Bardel das Grundstück erwarb. Sein Interesse am Erhalt der „Hütte“ blieb auch in den letzten Jahren immer erhalten.
Für alles genannte und nicht genannte, für die ungezählten Opfer an Zeit und Geld, für die Verdienste um den Jungmänner- und Mitarbeiterkreis, für die langjährige Tätigkeit im Vorstand, vor allem aber für die Vertretung der Interessen des CVJM in Sachen Freizeitheim in der Bardel im Presbyterium wurde Eugen Paping zum Ehrenmitglied des CVJM – Gronau ernannt.

Günther Stenvers
Ehrenvorsitzender

Günther Stenvers, geb. am 19.07.41, fand als „echter Gronauer Junge“ schon früh den Weg zum CVJM. Bereits als 11-Jähriger besuchte er die Jungschargruppe von Arnold Kösters in der Alten Kirche.
Später wechselte er in die Jungenschaft, die damals von H.-D. Oetting und F. Moggert geleitet wurde. Erste aktive Akzente setzte Günther , als er im Herbst 1958 auf Initiative von Claus „Pickel“ Oetting die Jungenschaft im Bezirk Erlöserkirche gründete.
Voller Ideen und jugendlicher Ideale folgten dann Anfang der 60er Jahre erste Meilensteine:

  • 1961 > Mitwirkung beim Kauf und Aufbau der Bron’schen Jagdhütte
  • 1962 > Leitung einer Jungenschaft am Paul-Gerhardt-Heim
  • 1963 > Redaktionsmitglied beim damaligen CVJM-Brief
  • 1963 > Beisitzer im Vorstand – ein Jahr später Geschäftsführer

Nach einer Zwangsunterbrechung durch die Bundeswehr (1965) nahm Günther Stenvers bis zum „Zigaretten-Kippen-Krach“ im Johannes-Calvin-Haus (1969) die Geschäftsführertätigkeit wieder auf. Danach war er auf wechselnden Funktionen im Vorstand aktiv, bis er sich schließlich 1979 zum 1. Vorsitzenden wählen ließ. Nun an der Spitze des Vereins, setzte Stenvers in den folgenden zwei Jahrzehnten vielen Entscheidungen seinen Stempel auf. Dabei konnte er immer auf die Unterstützung seiner Ehefrau Jutta bauen, die er im Verein kennen gelernt hatte und auch heute noch selbst aktiv mitwirkt. Mit Beharrlichkeit unterstützte bzw. organisierte Günther Stenvers in den folgenden Jahren Weihnachtsbaumaktionen sowie Altstoff- und Kleidersammlungen und tat damit neue Felder für den CVJM auf.
Zeitgleich vertrat er über viele Jahre – jetzt schon eine Art „Berufsjugendlicher“ – den Verein im Evang. Jugendausschuß, im Stadtjungendring und Jugendwohlfahrtausschuß. Die Gründung des Freundes- und Förderkreises im Jahre 1977 geht ebenfalls auf seine Anregung zurück. Zwischenzeitlich forcierte Stenvers den sukzessiven Ausbau der Hütte in der Bardel zum komfortablen Freizeitheim. Unter seiner Führung fanden schließlich als glanzvolle Höhepunkte im Vereinsleben die Feiern zum 100- und 120-Jährigen Vereinsjubiläum im GZM statt. Die letzten Jahre waren schließlich geprägt vom Einsatz um den Erhalt des Paul-Gerhardt-Heimes für die Jugend- und Gemeindearbeit.
Trotz aller Probleme und Widerstände – insbesondere des Bezirkspfarrers – erreichte er mit seinem „westfälischen Dickschädel“ schließlich einen Konsens mit der Kirchengemeinde, der die Überlassung der ehemaligen Küsterwohnung als CVJM Jugendtreff vorsah. Zwischenzeitlich ist der Um- und Ausbau im PGH abgeschlossen und die neuen Räumlichkeiten konnten im vergangenem Jahr eingeweiht werden. Auf eine Phase der Konsolidierung hoffend, kündigte Günther Stenvers im Vorjahr seinen Rücktritt an. Der Generationswechsel an der Vereinsspitze ist mit Anke Lösch und Edmund Grundmann zwischenzeitlich vollzogen worden.
Die Vorantwortung für den mittlerweile auf über 300 Mitglieder angewachsenen Vereins wiegt für den neuen Vorstand schwer, zumal die Spuren des Vorgängers unübersehbar sind. Günther Stenvers ist für seine Aktivitäten in CVJM bereits mit der goldenen Nadel des CVJM Gesamtverbandes und der silbernen Plakette der Stadt Gronau ausgezeichnet worden. Mit der Ernennung Günthers zum Ehrenvorsitzenden hat der CVJM Gronau schließlich seine Verdienste um den Verein zu würdigen versucht und ein „Danke“ gesagt. Es bleibt aber die Hoffnung, auch künftig auf die Mitarbeit und Unterstützung des Vorsitzenden a.D. bauen zu können.